Ein kleines Abenteuer hatte ich währen unseres Urlaubs auf Kuba zu bestehen, ich überlebte es heil und denke heut noch gern daran zurück. Wir hatten eine Pauschalreise auf die Insel in der Karibik gebucht. Der Flug nach Kuba verlief reibungslos. Die Ferienanlage war architektonisch außerordentlich geschmackvoll gestaltet und den spanischen Fincas nachempfunden. In den ersten Tagen genossen wir den Strand und das blaue Wasser der karibischen See, deren Wellen etwas weiter draußen, etwa 500 m vom Strand entfernt, vom vorgelagerten Riff gebrochen wurden.
Wir wollten neben Strandurlaub aber noch andere Sachen unternehmen, klar. So buchten wir u. a. eine Angeltour auf einer Yacht – Hemingway lässt grüßen. Die Ausfahrt aus dem kleinen Fischerhafen verlief noch recht gemütlich. Dann aber erreichte das Boot das offene Meer und fing an zu schaukeln. Mir wurde langsam flau im Magen und ich verfluchte den leckeren kubanischen Rum, den ich am vorhergehenden Abend genossen hatte. Das Schaukeln nahm zu und es dauerte nicht lange, bis mich eine ausgewachsene Seekrankheit befiel. Die ging , wie das so ist, mit Kotzen einher, welches gar nicht mehr enden wollte. Viel schlimmer war aber die Übelkeit, die ich bald nicht mehr ertragen konnte. Ich bat den Bootsführer, bis in Reichweite des Ufers zu fahren. Dort bündelte ich meine Kleider und Schuhe auf dem Kopf und schwamm mit einem Arm an Land. Meine Frau ließ ich auf dem Boot zurück.
An Land ging es mir schlagartig besser. Allerdings wusste ich nicht, wo ich war und wie ich zum Hotel zurück kommen könne. Allerdings wusste ich, welche Himmelsrichtung ich einschlagen musste und erreichte bald eine schmale Straße. Auf dieser marschierte ich wacker durch das ländliche Kuba, in der Hoffnung, dass irgendwann schon ein Auto kommen würde. Es kam aber keines. Nach etwa einer Stunde erreichte ich ein kleines Dorf und bat an einem Haus um etwas Wasser. Ich wurde sofort hinein gebeten und war unmittelbar die Attraktion schlechthin. Einen leibhaftigen europäischen Touristen hatte man hier noch nicht gesehen.
Die Tochter des Hause schenkte mir ein gewinnendes Lächeln und ich wäre gern noch geblieben. Allerdings wollte ich meiner Frau keine Aufregung bereiten und marschierte weiter. Am späten Nachmittag überholte mich ein einspänniger Pferdewagen und ich durfte auf der Ladefläche mitfahren. Der Kutscher war sehr freundlich und wir führten radebrechen eine kurzweilige Unterhaltung. Als die Sonne sich schon gen Horizont neigte, erblickte ich bergab gelegen unser Hotel. Ich verabschiedete mich ganz herzlich von meinem Kutscher und machte mich zu Fuß auf die letzten knapp 2 Kilometer. Dieser Tag hat mir sehr gut gefallen und ich hatte mehr von Kuba mitbekommen, als während des ganzen bisherigen Aufenthaltes.