Unsere ganz private Abenteurerreise unternahmen wir in … niemand wird darauf kommen … ja in Deutschland. Was kann man hier wohl an Abenteuern erleben, wir sich mancher fragen. Aber gemach, auch in Deutschland gibt es dünn besiedelte Gegenden und noch teilweise unberührte Natur. Der Spreewald ist eine dieser Gegenden, er umfasst eine Fläche von ungefähr 600 Quadratkilometern. Durch das sehr geringe Gefälle ( etwa 15 m auf 70 km) des Landschaftsverlaufes wird die Spree nicht in ihren Lauf gezwungen, sonder kann sich in ungezählte Arme und Verzweigungen aufteilen. Es entstand hier ein Binnendelta des Flusses, eben der Spreewald. Im Spreewald kann man sich verirren und das sollten wir erfahren.
Unsere Fahrt begannen wir in Lübbenau, dem Tor zum Spreewald und fuhren südöstlich in Richtung Burg. Zu viert stachen wir mit zwei Kanus in Spree (man verzeihe diesen Kalauer, aber die Stadt Calau liegt nur etwa 15 km vom Spreewald entfernt). Wir wollten eine Woche fern ab der Zivilisation in der Natur verbringen, nur auf uns allein gestellt. Am Abend des ersten Tages befanden wir uns schon mitten in der grünen Einsamkeit. Seit 2 – 3 Stunden hatten wir schon keinen Menschen mehr gesehen und kein Kahn mit Urlaubern war uns in dieser Zeit entgegen gekommen. Es war wunderschön, kein anderes Geräusch wahrnehmen zu müssen als das Zwitschern von Vögeln. Wir hatten nur einige Grundnahrungsmittel mitgeführt und zwei 5-Liter-Kannister mit Wasser. Nach dem wir unsere beiden Iglu-Zelte aufgebaut hatten, badeten wir, um uns vom Schweiß des Paddeln zu befreien, im frischen Wasser der Spree. Danach aßen wir zu Abend und entzündeten ein kleines Lagerfeuer. Gleichzeitig packten wir unsere Angeln aus und sollten sogar Glück haben, denn wir fingen zwei Aale. Die wollten wir uns am nächsten Tag zubereiten, hatten wir doch einen kleinen Spirituskocher dabei.
Die Woche verging leider viel zu schnell. Wir durchquerten den gesamten unteren Spreewald bis Burg und fast bis an die Tore von Cottbus. Wir steuerten die beiden Spreewalddörfer Leipe und Lehde an und besuchten das dortige Heimatmuseum. Ansonsten wollten wir aber mit anderen Menschen so wenig wie möglich zu tun haben. Zweimal gerieten wir in eine Situation, wo wir nicht wussten, wo wir uns eigentlich befanden. Wir hatten zwar eine Wasserwanderkarte des Spreewaldes dabei, aber da es hier keine Straßenschilder gibt und nur wenige der Fließe markiert sind , hatten wir die Orientierung verloren. Wir fuhren jedoch nach dem Stand der Sonne und erreichten dann doch wieder bekannte Orte wie den Gasthof Dubkow-Mühle. Von hier aus war es dann gar nicht mehr weit bis Lübbenau, von wo wir auch unsere Reise begonnen hatten – eine Reise so ganz abseits der Zivilisation.