Der Volta River hat drei Quellflüsse. Diese sind der rote, der weiße und der schwarze Volta. Alle entspringen sie in Burkina Faso, vereinigen sich auf dem Staatsgebiet von Ghana, um dann als ein gemeinsamer Fluss in den Volta Stausee zu münden. Nachdem der riesige Staudamm den Fluss wieder ausgespuckt hat, mündet er nach weiteren 60 km in seinem Delta im Atlantischen Ozean genauer gesagt im Golf von Guinea.
Die am Zusammenfluß liegende Handelsstadt Salaga soll Ausgangspunkt für eine Bootsreise flussabwärts sein. Von hieraus werden alle Waren, die in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten Ghanas produziert werden, zu den größeren Städten im Süden verschifft. Namentlich die gefräßigste von ihnen, die Hauptstadt Accra, will versorgt sein.
Auf einem etwa 12 Meter langen und 2 Meter breiten Motorboot finden wir für ein geringes Salär zu zweit Platz. Es ist zwar sehr eng zwischen den geladenen Waren und weiteren 3 Passagieren sowie dem Bootsführer, aber wie heißt es so schön: „besser schlecht gefahren als gut gelaufen“. Geladen sind Stauden von Gemüsebananen (Plantain), Kisten voller Tomaten und Gardeneggs sowie Säcke mit Kassava und Yam Wurzeln, außerdem mehrere Käfige mit Hühnern und Perlhühnern (Guinea Fowl).
Anfangs ist die Strömung noch relativ stark und es geht flott voran. Der Bootsführer benutzt den Motor nicht, damit das Boot nicht zu schnell wird und Kollisionen vermieden werden. Die Ufer des Flusses sind grün, mit allerlei Bäumen bestanden und von Büschen und Schilfgürteln besäumt.
Der leichte Fahrtwind verschafft uns angenehme Kühlung und wir genießen die etwa 6 stündige Fahrt bis der Fluss in den Stausee mündet.
Die Strömung bleibt jetzt fast schlagartig vollkommen aus. Nun wirft der Bootsführer den Motor an und wir steuern einen kleinen Marktflecken am Ufer des Sees an, um hier zu übernachten. Wir besorgen uns etwas zu essen. Überall bieten Händler ihre Waren an. In einer so genannten „Chop Bar“ essen wir Fufu mit Palmnut Soup und Tilapia. Alles garantiert Produkte der Region. In einem kleinen aber sauberen Guesthouse finden wir preisgünstig Quartier für die Nacht, denn morgen früh geht es weiter.
Die Hälfte der Strecke ist zurückgelegt und anderen Tags geht es mit Motorkraft zügig voran. Überall auf dem Lake Volta sehen wir Fischerboote und Güter transportierende Boote wie das unsere. Vom Ufer winken uns badende Kinder zu und am Nachmittag haben wir Akosombo erreicht. Hier ist der große Umschlags- und Handelsplatz für alle Güter, die auf dem Fluß transportiert werden. Wir sind überrascht, welche Menge von Gütern hier umgeschlagen werden. Kolonnen von LKW stehen bereit, um beladen zu werden. Das System, welche Waren zu welchen Lastwagen gebracht werden müssen und wohin diese jeweils fahren, erscheint uns undurchschaubar. Aber das hat sich ja schon seit Jahrzehnten eingespielt und die Waren werden schon an das richtige Ziel gelangen.
Wir entschließen uns, noch in dem kleinen netten Städtchen Akosombo zu übernachten und erst am nächsten Morgen auf der Straße nach Accra weiterzufahren.